Im Beitrag Trendumkehr oder die Suche nach dem heiligen Gral wurde bereits des Spieler’s Trugschluss oder Gambler’s Fallacy dargestellt.
An folgendem Beispiel eines Kursverlaufs lässt sich dieser Effekt grafisch veranschaulichen:

Hier ist ein klar zu erkennender Trend dargestellt bei dem der Kurs gerade nach einem etwas stärkeren Anstieg einknickt.
Ist das ein günstiger Einstiegspunkt und wenn ja in welche Richtung? Vielleicht denken Sie kurz darüber nach, bevor Sie weiter lesen…
Dieser Kursverlauf zeigt den Devisenkurs des Euro gegenüber dem US Dollar der letzten drei Monate (abzüglich der letzten paar Wochen).
Die Gambler’s Fallacy tritt nun auf, wenn sich jemand mit folgender Begründung für den Einstieg auf der Short Seite entscheidet:
- der Kurs ist bereits lange gestiegen und
- ich glaube dass es jetzt sehr viel wahrscheinlicher ist, dass dieser Trend umkehrt, als noch vor ein paar Wochen (weil er jetzt schon viel länger andauert)
Es ist eben allein auf Grund der Tatsache, dass der Trend jetzt älter ist, die Wahrscheinlichkeit für eine Umkehr des Trends nicht größer.
Die Entscheidung Short zu gehen wäre hier als falsch anzusehen. Hier der gesamte Chart der letzten drei Monate:

Hinweis: Diese Beurteilung gilt nur für den angesprochenen Fall zur Erklärung der Gambler’s Fallacy. Es gibt weitere Einflussfaktoren, die diese Entscheidung durchaus stützen könnten, beispielsweise die Überlegung, dass die Europäische Zentralbank an einem bestimmten Punkt eingreifen muss, um die Währung stabil in einer festgelegten Schwankungsbreite zu halten.
Verfasst von Martin Haimerl 