Faktor affektive Kongruenz der Verfügbarkeitsheuristik

26. März 2008

Wie bereits in einem Post vom 03.03.08 beschrieben, bezieht sich die Verfügbarkeitsheuristik auch auf Erinnerungen. Diese werden nach Goldberg und von Nitzsch (2004) durch vier Faktoren bestimmt:

  1. Aktualität
  2. Auffälligkeit
  3. Anschaulichkeit
  4. affektive Kongruenz

Der Faktor affektive Kongruenz tritt bei Ereignissen auf, die mit einer bestimmten Stimmug verknüpft in der Erinnerung verankert wurden. Beim Auftreten dieser Stimmung sind diese Erinnerungen dann besser verfügbar.

Beispiel: Ein Anleger ist übermäßig gut gelaunt ist. Er zeigt an diesem Tag eine hohe Risikobereitschaft und wird zufällig dafür belohnt. Er macht einen relativ hohen Gewinn. Nach mehreren aufeinanderfolgenden Verlusten mit ähnlicher Risikobereitschaft, aber unterschiedlicher Stimmung an anderen Tagen, kommt er wieder sehr gut gelaunt an seinen Arbeitsplatz. In dieser Stimmung erinnert er sich stärker an den vergangenen Gewinntrade, was die Erinnerung an die zwischenzeitlichen Verluste überlagert. Er reagiert dadurch wieder mit hoher Risikobereitschaft, obwohl sich das in den vergangenen Situationen als negativ heraus gestellt hat.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist das Führen eines Tagebuchs, um eine gleich gewichtete Beurteilung vergangener Engagements durchführen zu können und dadurch diese Verzerrung zu beheben.


Flugzeugabstürze und Co. – Faktor Auffälligkeit der Verfügbarkeitsheuristik

3. März 2008

Wie bereits in einem Post vom 19.02.08 beschrieben, bezieht sich die Verfügbarkeitsheuristik auch auf Erinnerungen. Diese werden nach Goldberg und von Nitzsch (2004) durch vier Faktoren bestimmt:

  1. Aktualität
  2. Auffälligkeit
  3. Anschaulichkeit
  4. affektive Kongruenz

Der Faktor Auffälligkeit bezieht sich auf eben besonders auffällige Ereignisse, die einem dadurch besser in Erinnerung haften bleiben. 09/11 mit dem Zusammenbruch der Twin Towers in New York ist ein solches Ereignis an das sich sicherlich jeder erinnern kann. Ich bin durch den Sturm, der derzeit in Deutschland wütet, auf ein anderes interessantes, wenngleich zum Glück glimpflich ausgegangenes Ereignis gestoßen. Ein Beinahe-Absturz eines Airbus A320. Um das ganze zu untermauern, hier der Link zu einem kurzen Videoausschnitt:

LiveLeak A320 Video (externer Link)

Solche Ereignisse können dazu führen, dass deren Eintrittswahrscheinlichkeit überschätzt wird. Manch einer wird vielleicht sagen, dass er bei solchem Wetter nicht mehr in ein Flugzeug steigt, weil es ihm zu gefährlich erscheint.

Sind es vielleicht mehr Personen, die bei einem Verkehrsunfall in Mitleidenschaft gezogen werden? Solche Statistiken haben wir normalerweise nicht im Kopf. An Absturzszenen können wir uns viel leichter erinnern.

Mit Börsencrashs oder anderen auffälligen Ereignissen verhält es sich gleichermaßen. Diese Überschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit beeinflusst unser Entscheidungsverhalten, da wir bei der Informationsverarbeitung Schwerpunkte auf derartige Informationen legen.


Faktor Aktualität der Verfügbarkeitsheuristik

19. Februar 2008

Die Verfügbarkeitsheuristik (Availability) bezieht sich nicht nur auf Informationen in Form von Nachrichten, die besser abrufbar sind als andere, sondern auch auf Erinnerungen. Diese können frisch oder verblasst sein und damit auch die Verfügbarkeit der verknüpften Informationen.

Dabei spielt unter anderem der Faktor Aktualität eine wichtige Rolle. Aktualität bedeutet, dass noch frische Erinnerungen leichter aus dem Gedächtnis abrufbar sind als ältere. Dadurch werden diese Informationen überbewertet im Vergleich zu Informationen aus bereits verblassten Erinnerungen. Dadurch entsteht eine Bewertungsverzerrung.


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