Wie bereits in einem Post vom 03.03.08 beschrieben, bezieht sich die Verfügbarkeitsheuristik auch auf Erinnerungen. Diese werden nach Goldberg und von Nitzsch (2004) durch vier Faktoren bestimmt:
- Aktualität
- Auffälligkeit
- Anschaulichkeit
- affektive Kongruenz
Der Faktor affektive Kongruenz tritt bei Ereignissen auf, die mit einer bestimmten Stimmug verknüpft in der Erinnerung verankert wurden. Beim Auftreten dieser Stimmung sind diese Erinnerungen dann besser verfügbar.
Beispiel: Ein Anleger ist übermäßig gut gelaunt ist. Er zeigt an diesem Tag eine hohe Risikobereitschaft und wird zufällig dafür belohnt. Er macht einen relativ hohen Gewinn. Nach mehreren aufeinanderfolgenden Verlusten mit ähnlicher Risikobereitschaft, aber unterschiedlicher Stimmung an anderen Tagen, kommt er wieder sehr gut gelaunt an seinen Arbeitsplatz. In dieser Stimmung erinnert er sich stärker an den vergangenen Gewinntrade, was die Erinnerung an die zwischenzeitlichen Verluste überlagert. Er reagiert dadurch wieder mit hoher Risikobereitschaft, obwohl sich das in den vergangenen Situationen als negativ heraus gestellt hat.
Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist das Führen eines Tagebuchs, um eine gleich gewichtete Beurteilung vergangener Engagements durchführen zu können und dadurch diese Verzerrung zu beheben.
Verfasst von Martin Haimerl 