Jim Cramer in “The Daily Show”

14. März 2009

Finanzexperten liegen nicht immer richtig – keine neue Erkenntnis! Trotzdem wirft die Finanzkrise die Frage auf, ob dies nicht irgendein Experte hätte sehen müssen oder die Gesamtheit der Experten oder vielleicht die Berichterstattung oder, oder, oder.

Jim Cramer ist als Experte berühmt. Der frühere Stock Broker bei Goldman Sachs, Hedgefund Manager und Gastgeber der amerikanischen Finanzunterhaltungsshow “Mad Money“  auf CNBC steht jetzt unter Feuer.

Nachfolgend sind drei Links gelistet zu einem Interview mit Cramer in “The Daily Show” mit Jon Stewart. Für alle, die in der Krise richtig haben Federn lassen müssen und bei denen sich ganz andere Emotionen aufgestaut haben, als Angst und Gier. Das Interview dient mehr der Unterhaltung, aber es rückt doch ein paar Dinge in ein anderes Licht.

Hier die Links zu den Videos:

Interview mit Jim Cramer Teil I

Inteview mit Jim Cramer Teil II

Inteview mit Jim Cramer Teil III

Ein Grund mehr, Finanzinformationen, egal aus welcher Quelle, selbst zu verifizieren, bevor Investmententscheidungen gefällt werden.

Für alle, die ein wenig Schwierigkeiten mit dem Englischen haben: Jim Cramer bekommt eine kräftige Ohrfeige (verbal) vom Interviewer Jon Stewart, der sich in einer nicht ganz fairen Art darüber beschwert, dass die Berichterstattung nicht das leistet, was sie verspricht. Die zu beobachtende Reaktion bei Cramer lässt vermuten, dass die Vorwürfe nicht ganz haltlos sind und seine Kommentare bestätigen dies.


Kursbewegungen durch Gerüchte und Verfügbarkeitsheuristik

20. November 2008

Heute mal ein etwas andere Beitrag, wenn auch doch passend zum Thema und sehr aktuell.

Ich habe auf dem Personaler Blog eine Illustration gefunden:

Behavioral Finance - Verfügbarkeitsheuristik

Diese zeigt zwar steigende Kurse, was im Moment nicht so wirklich passt, aber die beschriebene Situation passt natürlich auch auf fallende Kurs und die derzeitige Marktlage.

Inwiefern hat dies nun mit Behavioral Finance zu tun und was bringt es dem Anleger?

Die Verfügbarkeitsheuristik ist ein Phänomen, das uns Anleger dazu verleitet Informationen, die öfter oder leichter verfügbar sind, überzubewerten.

Dies kann auch bereits bei dem ausgebenden Medium auftreten, wie es in der obigen Illustration gezeigt wird. Dort schreibt ein Blog vom anderen ab und so verbreitet sich eine falsche Information, die gehandelt wird.

Auch wenn ich dies keinem Informationsmedium grundsätzlich unterstellen möchte, so kann es durchaus vorkommen, dass beispielsweise Nachrichten, die in die aktuelle Marktlage passen, bevorzugt werden. Das bedeutet, dass in einem negativen Marktumfeld wie wir es zur Zeit haben, auch negative Nachrichten besonders gerne veröffentlicht werden. Hier findet in der Gesamtheit der verfügbaren Informationen eine Verzerrung statt, die das tatsächliche Bild unter Umständen schlechter darstellt, als es eigentlich ist.

Da dadurch die Verunsicherung und Angst am Markt zunimmt, wirkt sich das auch auf die Kurse aus und kann zu einer Überreaktion am Markt führen.

Daher ist es für den Anleger wichtig, interessante Nachrichten nicht nur bei anderen Informationsmedien zu bestätigen, sondern gegensätzliche Informationen zu suchen und sich ein besseres Bild zu verschaffen.

Nur weil eine Nachricht öfter zu lesen ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie relevanter oder wichtiger ist, als andere Informationen.


Faktor Anschaulichkeit der Verfügbarkeitsheuristik

12. März 2008

Wie bereits in einem Post vom 03.03.08 beschrieben, bezieht sich die Verfügbarkeitsheuristik auch auf Erinnerungen. Diese werden nach Goldberg und von Nitzsch (2004) durch vier Faktoren bestimmt:

  1. Aktualität
  2. Auffälligkeit
  3. Anschaulichkeit
  4. affektive Kongruenz

Der Faktor Anschaulichkeit bezeichnet Ereignisse, die man sich besonders leicht merken kann, weil man einen konkreten Bezug dazu hat. Beispielsweise können dies Ereignisse im eigenen Umfeld sein:

  • ein Bekannter hat mit einer Aktie X 5.000 Euro verdient und sich davon einen Urlaub gegönnt
  • ein anderer Bekannter hat 100.000 Euro mit Investments im Immobilienmarkt verloren.
  • das erste eigene Investment war ein relativ großer Gewinn

Dadurch dass man die genannten Ereignisse mit einem konkreten Gesicht oder einer Geschichte, vielleicht auch mit bestimmten Emotionen verbindet, bleiben sie leichter im Gedächtnis haften und sind leichter “verfügbar”. So werden eigene Entscheidungen unter Umständen beeinflusst, wenn man mehrere negative Erinnerungen mit der Börse, einem bestimmten Sektor, einem Anlageinstrument oder ähnlichem hat. Auch wenn zwei oder drei negative Erinnerungen (insbesondere, wenn sie aus Erzählungen anderer stammen) nicht representativ für das Marktumfeld oder einen bestimmten Sektor, etc. sind, reichen sie aus, einer Entscheidung für diesen Bereich entgegen zu wirken. Eine sachliche Beurteilung der Lage wird dadurch erheblich erschwert.


Faktor Aktualität der Verfügbarkeitsheuristik

19. Februar 2008

Die Verfügbarkeitsheuristik (Availability) bezieht sich nicht nur auf Informationen in Form von Nachrichten, die besser abrufbar sind als andere, sondern auch auf Erinnerungen. Diese können frisch oder verblasst sein und damit auch die Verfügbarkeit der verknüpften Informationen.

Dabei spielt unter anderem der Faktor Aktualität eine wichtige Rolle. Aktualität bedeutet, dass noch frische Erinnerungen leichter aus dem Gedächtnis abrufbar sind als ältere. Dadurch werden diese Informationen überbewertet im Vergleich zu Informationen aus bereits verblassten Erinnerungen. Dadurch entsteht eine Bewertungsverzerrung.


Effektbeschreibung hinzugefügt

18. Februar 2008

Auf der Seite “Heuristiken und Effekte” wurde ein neuer Effekt hinzugefügt:

Availability / Verfügbarkeitsheuristik

Dieser Effekt handelt von der Überbewertung leicht verfügbarer Informationen, wodurch eine sachliche Bewertung nicht mehr erfolgt.


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