Neuroökonomie als Erweiterung des rationalen Modells

23. Juli 2009

Colin F. Camerer ist Professor für Behavioral Finance und experimentelle Ökonomie am California Institute of Technology. derStandard.at hat ein Interview mit ihm veröffentlicht, in dem der fünfzigjährige Wissenschaftler einen groben Überblick über den Stand der neuroökonomischen Forschung widergibt.

Dabei geht er nicht nur auf die allgemeine Funktionsweise unseres Gehirns ein, sondern auch auf den Erkenntnisstand der Wissenschaft, der bei weitem nicht so weit ist, wie man das vielleicht vermuten würde.

Die Forschung in dem Bereich steckt noch in den Kinderschuhen und es arbeiten nur wenige Gruppen daran, die gewonnenen Daten in mathematische Modelle zu übertragen.

Das komplette Interview kann in deutscher Fassung auf derStandard.at gelesen werden.

Camerer ist Buchautor einiger bekannter Werke für die Behavioral Finance:



Rationalität beim Bücherkauf oder warum Deutsche zu viel bezahlen

15. Mai 2008

Ich habe mich mal wieder für ein Buch interessiert und ein wenig gestöbert. Es handelt sich dabei um ein englischsprachiges Exemplar, weil ich erstens gerne auf englisch lese und zweitens die deutschen Übersetzungen von engl. Werken meistens grottenschlecht sind – dabei hapert es nicht nur sprachlich, sondern auch der Sinn wird meistens nicht getroffen und somit ist der Inhalt auch nicht derselbe.

Deshalb erste Empfehlung:

Nach Möglichkeit ein Buch immer in der Originalversion lesen. Ist im Finanzbereich relativ einfach, weil die meiste Literatur auf Englisch ist und das lässt sich auch mit schlechten Englischkenntnissen, einem guten Lexikon und ein wenig Zeit hervorragend bewerkstelligen. Passen Sie dabei auf, dass es sich nicht um eine englische Übersetzung aus dem Deutschen handelt. Original deutsche Werke sollten auch auf deutsch gelesen werden.

Ich habe das Buch also bei einem großen Onlineanbieter gefunden und kam dann irgendwie auf die Idee, mal auf der amerikanischen Seite dieses Anbieters zu suchen. Dort wird das Buch natürlich auch angeboten, etwa zum gleichen Preis, allerdings in Dollar. Ich meine damit der Dollarbetrag ist genauso hoch wie der Eurobetrag bei einer Umrechnung von 1:1.

Die Globalisierung macht es möglich und aus Deutschland kann auch in USA bestellt werden. Jetzt ist das Problem, dass ich in Deutschland keine Versandkosten bezahle, in USA aber schon, weil die etwas weiter verschicken müssen. Der Vorteil ist der Euro-Dollar-Kurs! Rechne ich den Preis und die Versandkosten zusammen und das Ganze dann in Euro um, komme ich sage und schreibe etwa 25% günstiger weg, als wenn ich das Buch hier kaufe. Nachteil ist die lange Lieferzeit, die etwa 2 1/2 bis gut 4 Wochen beträgt.

Zweite Empfehlung:

Wird das Buch nicht dringend benötigt, ruhig auch mal woanders recherchieren. Gerade beim derzeitigen Dollarkurs macht das (wie bei vielen anderen Dingen auch) durchaus Sinn. 25% müssen im Depot hart erkämpft werden, hier werden sie einem geschenkt.

Muss ich das Buch in zwei Tagen geliefert bekommen? Ich habe mich für die 25% Ersparnis entschieden – eine für mich rationale Entscheidung.

Kleiner Nebeneffekt:
Die Vorfreude dauert etwas länger. Ich habe also auch noch einen emotionalen Zugewinn über die Genugtuung des günstigeren Preises hinaus.

Hinweis:
Unter Umständen kann sich die Lieferzeit noch ein paar Tage verlängern, wenn das Päckchen beim Zoll landet.


Literaturempfehlungen

19. März 2008

Eine gute Basis für jedes Fachgebiet bildet die einschlägige Literatur. Wenn sie auch die Praxis nicht ersetzen kann, so stellt sie doch das nötige Wissen zur Verfügung ist deshalb Ausgangspunkt einer jeden Weiterbildung.

Auf der neu hinzugefügten Seite Literaturempfehlungen befinden sich entsprechende Hinweise.


Buchempfehlung “Behavioral Finance. Gewinnen mit Kompetenz”

11. März 2008

Behavioral Finance. Gewinnen mit Kompetenz ist das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Behavioral Finance.Verfasst von Joachim Goldberg und Rüdiger von Nitzsch vermittelt es die Grundlagen zu den wichtigsten Effekten und gibt einen Einblick in die psychologische Struktur eines Anlegers. Neben der Prospect Theory als grundlegende Theorie, werden deren Auswirkungen anschaulich dargestellt und eine Unterscheidung verschiedener Anlegertypen vorgestellt.

Die Autoren verwenden dabei einen eingängigen Schreibstil und geben am Ende noch ein paar Tipps für die Praxis.


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