Der Tradingplan als Hilfe für geduldiges Traden

D.R. Barton schreibt in einem Artikel über die Geduld beim Realisieren von Gewinnen. Er beschreibt darin zwei Probleme:

  1. das verfrühte Realisieren von Gewinnen
  2. das Setzen von Stopps zu nah am aktuellen Kurs (um möglichst schnell den Breakeven zu erreichen)

Beide hängen mit der Angst zusammen, Gewinne wieder abzugeben. Beide erwachsen aus dem Bedürfnis, richtig liegen zu wollen.

Die Lösung zu beiden Problemen sei die Geduld, den Trade sich entwickeln zu lassen. Nun ist das zwar eine einfache und nicht unbedingt unbekannte Lösung, doch wie kann man sich diese Geduld aneignen?

Auch hierzu scheint die Lösung weder exotisch noch unerreichbar: ein Tradingplan. In diesem soll zum einen beschrieben sein, bei welchen Kriterien Gewinne realisiert werden (eine Position verkauft wird) und zum anderen wie Stopps gesetzt und nachgezogen werden (Absicherung der Position).

Der große Vorteil im schriftlichen Festlegen dieser Kriterien liegt darin, dass die Schuld für einen Verlusttrade gewissermaßen beim System zu suchen ist, nicht bei sich selbst. Es fällt also leichter, auch mal nicht recht zu haben und die Geduld aufzubringen, den Trade eben so lange laufen zu lassen, bis ein Ausstiegskriterium erfüllt ist.

In unserem Zeitalter ist es bei vielen Brokern bereits möglich, diese Kriterien automatisch verfolgen zu lassen, sodass beim Erreichen der Kriterien eine automatische Aktion erfolgt und der Trader gar nicht mehr eingreifen muss. Dies unterstützt eine manuelle Kontrolle der Kriterien die natürlich trotzdem immer erfolgen sollte.

Hinweis:

Zum Thema Tradingplan, Ein-/Ausstiegskriterien, Risikomanagement, Positionsverwaltung, uvm. findet vom 03.-05. Mai ein Seminar Nähe Saarbrücken (im Kloster Hornbach) statt, das ich allen ans Herz legen kann. Die Inhalte werden von einem erfahrenen und erfolgreichen Trader und Coach präsentiert.

Weitere Informationen zum Seminar “Erfolgreich aus der Krise” finden Sie auf den Seiten des Investor Competence Centers

3 Antworten zu Der Tradingplan als Hilfe für geduldiges Traden

  1. Die Idee mit dem Tradinplan ist sehr sinnvoll. Auch ich habe eine eingene Strategie, nach der ich vorgehen. Das ist allerdings mehr Kopfsache, es wäre wohl sinnvoll das auch einmal aufzuschreiben.

    Für Anfänger wäre das mit Sicherheit eine Möglichkeit Verluste zu begrenzen und typische Anfängerfehler zu vermeiden. Allerdings glaube ich dennoch, das dieser Tradinplan nur von Fortgeschrittenen und Profis gemacht wird. Es ist bei den Kleinanlegern viel zu häufig Intuition oder Bauchgefühl, nach dem entschieden wird.

  2. Tim sagt:

    Es ist doch so, dass die meisten Anleger beim Traden unterm Strich nur Geld verlieren. Es mag sein, dass eventuell 20 oder allenfalls 30 Prozent beim Trading Geld verdienen. Aber diverse Studien belegen ganz klar, dass die Mehrheit Geld verliert.

    • Nun, das wie im restlichen Leben auch. Ob es nun das Traden ist, die eigene Selbständigkeit, ein Projekt – manchen ist es in die Wiege gelegt und andere müssen es erlernen. Vieles kann man lernen, manches nicht. Ein strukturiertes Vorgehen, also vorher planen, Ziele festlegen, einen Weg zur Zielerreichung und möglicherweise eine Art den Erfolg zu messen, bringt in der Regel sehr viel. Die Transformation von der Improvision, in der man hauptsächlich reagiert und nicht wirklcih aus seinen Handlungen lernt hin zur strukturierten Durchführung, in der man den Verlauf proaktiv steuern kann bringt ohne eine Menge an Erfolg und kann bereits entscheidend sein, ob ein Vorhaben Erfolg hat oder abgebrochen werden muss. Der Punkt, sich selbst zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, um fachlich eine bessere Qualität zu erziele (beim Traden z.B. gekonnt mehr Geld zu verdienen) ist dabei noch garn nicht betrachtet.

      Da sich viele Menschen jedoch schwer tun, sich zu disziplinieren und sich wirklich auf ein solches Projekt einzulassen, versuchen sie etwas nebenbei zu machen und wundern sich, warum der Erfolg ausbleibt. Das ist auch ein Grund, warum ein Großteil an der Börse nicht zu den großen Absahnern gehört. Wenn man, egal wo, professionell einsteigen möchte, muss man sich auch professionell verhalten. Da steckt mehr Weisheit drin, als man bei einem solchen Spruch vermuten würde.

      Und noch ein Punkt zu Hr. Klaasen:
      Das ist ja genau das Problem: am Anfang muss man viel lernen und das schnell, solange das Kapital noch nicht aufgebraucht ist – denn Verluste muss man anfangs immer einkalkulieren.
      Wenn man strukturiert vorgeht und bei gleichen Ereignissen auch als Konsequenz die gleiche handlung durchführt, kann man feststellen, ob diese Vorgehensweise funktioniert oder nicht und daraus qualifizierte Schlüsse ziehen. Wenn man das nur aus dem Bauch heraus macht, sind die Handlungen unterschiedlich und letztendlich weiß man nie, warum es mal funktioniert und mal nicht.
      Es ist auch erstaunlich, was man alles glaubt. Wenn man mal anfängt aufzuschreiben, an was man sich halten möchte und welchen Erfolg das jeweils bringt – auch wie oft und genau man sich an die eigenen Vorgaben hält – wird man sehr oft ein Aha-Erlebnis haben. Einmal schwarz auf weiß zu sehen, wie man sich verhält, ergibt oft ein ganz neues Bild – und Potential zur Weiterentwicklung ;)

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